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Warum das 21er Haus?

Die Kunst kann den Menschen unterschiedliche Blickwinkel eröffnen, im besten Falle erlaubt sie, uns selbst aus einem anderen Blickwinkel zu sehen und daher das Bewusstsein zu fördern. — Edgar Honetschläger

Das 21er Haus ist der jüngeren und jüngsten österreichischen Kunst gewidmet. Als Meilenstein der Nachkriegsarchitektur eignet sich das Gebäude hervorragend, um junge Menschen mit wichtigen Stationen der österreichischen Geschichte vertraut zu machen. Ergänzt wird der Blick auf das vorige Jahrhundert durch die Beschäftigung mit Fritz Wotruba, der einen wesentlichen Anteil am kulturellen Wiederaufbau des Landes hatte. Im Unterschied zu diesen historischen, Ihren Lehrplänen nahestehenden Themen eröffnen die moderne und vor allem die zeitgenössische Kunst Bildungschancen ganz anderer Art.

Uns allen ist bewusst, dass sich die Lebensbedingungen unserer Kinder in einer zunehmend globalen Gesellschaft künftig so rasch wie nie zuvor ändern werden. Schlüsselfähigkeiten wie der vorbehaltlose Umgang mit Innovationen und Veränderungen, Team- und Kulturfähigkeit, vernetztes Denken und Kreativität werden einen immer stärkeren Stellenwert erhalten. Gerade in diesem Kontext bietet die Beschäftigung mit Gegenwartskunst zahlreiche Erkenntnismöglichkeiten. Denn im Gegensatz zu vielen Erwachsenen zeigen sich junge Menschen vorwiegend offen und unvoreingenommen gegenüber aktueller Kunst.

Diese steht dem jugendlichen Lebensgeschehen wesentlich näher und eignet sich bestens als Ausgangspunkt für Diskussionen. Zudem setzen sich viele Künstler intensiv mit gesellschaftspolitischen Tendenzen auseinander. Ihre Arbeiten können Fragen aufwerfen, Widersprüche veranschaulichen und Gefühle wecken. Im Gespräch über Kunst lernen die Schüler, Kunst als Nachdenkangebot über die Gegenwart zu begreifen. Sie erleben sich als kompetent, da ihre Meinung und auch ihr Protest zählen. Gleichzeitig findet eine Annäherung an Fremdes statt. Als grundlegende Voraussetzung für das Leben in einer zunehmend flexiblen Umgebung veranschaulichen die Diskussionen über Bilder, Installationen und Skulpturen, wie man Hindernisse kreativ überwinden und Toleranz gegenüber dem Andersartigen entwickeln kann.

Bei zahlreichen Aufgaben, die sich auf dieser Website finden, steht schließlich das Selbermachen im Vordergrund. Die Teilnehmenden gestalten etwas, präsentieren es und sprechen darüber. Sowohl kreative als auch intellektuelle, individuelle, emotionale und soziale Fähigkeiten werden so gleichermaßen angesprochen und entwickelt – damit die jungen Menschen von heute zu aktiven Mitgestaltern der Welt von morgen werden können.